Der Prophet der Gnade Webseite

Vereins der islamischen Welt - Globalen Komitees zur Einführung und Verteidigung des Gottesgesandten Mohammed

Justice

vorgelegt von: Muhammad Mus٬ad Yaqut[1]

J. Barthelemy, Saint-Hilaire (1793 - 1884), einer der berühmten Orientalisten, schilderte den Charakter des Propheten Muḥammad (Allah segne ihn und schenke ihm Heil!) folgendermaßen: "Die Persönlichkeit Muḥammads weist zweierlei Eigenschaften auf, die zu den besten und edelsten Kennzeichen einer menschlichen Seele zählen, und zwar die Gerechtigkeit und die Barmherzigkeit."[2]

***
Fast bei jeder Handlung, unabhängig davon dass es um etwas Schwerwiegendes oder Einfaches geht, war die Gerechtigkeit des Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Heil!) in den unterschiedlichen Lebenssituationen deutlich zu erkennen. Er war zum Fremden, zum Verwandten; im Alltag, auf Reisen; als Schuldner und Verschuldeter gerecht. Darüber hinaus nahm er in der vorislamischen Zeit an einem Bündnis so genannten Bündnis der Moral (arab. ḥilf al-fuḍūl) teil, das zur Gerechtigkeit und deren gerechten Umsetzung und dazu aufruft, dem Schwachen zum Siege zu verhelfen. Auf diese Anteilnahme war der Prophet selbst stolz. In einem Hadith des Propheten kam vor: "Zusammen mit meinen Onkeln erlebte ich den Schluss des Bündnis der Moral, als ich noch ein Bursche war. Gegen die Prinzipien dieses Bündnis würde ich niemals verstoßen, auch wenn mir die besten Reittiere in Aussicht gestellt worden wären."[3]

Eklatante Beispiele für die Gerechtigkeit des Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Heil!)

Erstens: Seine Warnung vor der Versklavung der Menschen

Die Wurzeln des Wertes "Gerechtigkeit" schlug der Prophet in den Herzen seiner Gefährten und Angehörigen mit dem Ziel, einander auf der gleichen Ebene zu behandeln. In einer Überlieferung sprach der Prophet, die Leute vor der Versklavung der Anderen warnend: "Niemand unter euch darf mein Sklave oder meine Sklavin sagen; ihr alle seid die Sklaven Allahs und eure Gattinnen sind die Sklavinnen Allahs. Ihr sollt aber sagen mein Bursche, mein junges Mädchen, mein Junge und mein Mädchen."

Zweitens: Sein Verbot der Diskriminierung

In einem Hadith des Propheten (Allahs segne ihn und schenke ihm Heil!) kommt vor: "Ihr seid die Söhne Adams; und Adam ist aus Staub (erschaffen). Aus diesem Grund brauchen Leute auf ihre Vorfahren nicht stolz zu sein. Sie sind ggf. nichts anderes als Gluten der Gluten des Höllenfeuers oder vielleicht sind sie bei Allah noch weniger Geltung haben als die Käfer, die den Schmutz mit eigenen Nasen nach vorne treiben."[4]

Als dem Prophetengefährten Bilāl (Allahs Wohlgefallen auf ihm!), dem Sohn von Rabāḥ, einmal vorgeworfen wurde, dass seine Mutter dunkle Hautfarbe hatte, übte der Prophet an Abū-ḏarr (Allahs Wohlgefallen auf ihm!), demjenigen, der dies tat, schwere Kritik wegen seiner peinlichen Ausführungen über die Mutter Bilāls (Allahs Wohlgefallen auf ihm!)

Drittens: Aufruf zur Gerechtigkeit zwischen den Kindern

Der Prophet weigerte sich, für seinen Gefährten Nu٬mān (Allahs Wohlgefallen auf ihm!) als Zeuge zu dienen, als sich sein Vater zum Propheten begab und ihn darum bat, eine Beschenkung an seinen Sohn, Nu٬mān, zu bezeugen, die er nur ihm unter seinen Geschwistern geben wollte. Diese Ablehnung brachte der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Heil!) durch die folgenden Worte zum Ausdruck: "Nimm mich in diesem Fall nicht zum Zeugen; ich würde mich nicht zum Zeugen für das machen lassen wollen, was als Unterdrückung zu werten ist."[5]

Zudem sagte der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Heil!) in diesem Zusammenhang: "Fürchtet Allah und seid gerecht zu euren Kindern!"

Viertens: Die Gerechtigkeit des Propheten gegenüber den Nicht-Muslimen

Ibn Abū-ḥadrad vom Stamm Aslam (Allahs Wohlgefallen auf ihm!) berichtete, dass er an einen Juden verschuldet war. Als er diese Schuld von Ibn Abū-ḥadrad einforderte, weigerte er sich, seine Schuld dem Juden gegenüber zu decken. Darauf wandte sich der Jude zum Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Heil!), um sich bei ihm darüber zu beschweren: "O Muḥammad, dieser ist an mich mit 4 Dirham verschuldet. Er verweigerte die Rückgabe." Da sprach der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Heil!), sich an den Muslim wendend: "Gib ihm sein Recht zurück!"[6]

Ganze Ayat im Koran wurden von Allah, Dem Erhabenen, als Offenbarung herabgesandt, um einen Juden von einer Anklage freizusprechen, nachdem er ungerecht eines Verbrechens bezichtigt worden war. Diese Situation hat eine ziemlich lange Geschichte, doch aus Platzgründen beschränken wir uns auf die Erwähnung der Koran-Aya, die diese Situation zusammenfassend beschreibt:

"Gewiß, wir haben dir das Buch mit der Wahrheit hinabgesandt, damit du zwischen den Menschen richtest auf Grund dessen, was Allah dir gezeigt hat. Sei kein Verfechter für die Verräter!"[7] (Koran, Sure 5, Aya 105)[8]

Fünftens: Alle sind gleich vor dem Gesetz

Die quraischitischen Stämme, denen der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Heil!) in Mekka angehörte, waren in großer Sorge um eine Frau aus dem vornehmen Stamm Maḫzūm, die sich eines Diebstahls schuldig gemacht hatte. Sie wollten diese Frau der Strafe nicht zuführen und als Ausnahme behandeln. So fassten die Muslime nach langer Beratung den Beschluss, Usāma, den Sohn von Zayd (Allahs Wohlgefallen auf den beiden!) zur Bitte um eine Fürsprache für diese Frau beim Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Heil!) auszuwählen. Da empörte sich der Prophet, weil Usāma in einem Fall Fürsprache einlegte, der nach der Scharia Allahs zu ahnden ist. In dieser Situation ist besonders die folgende Aussage des Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Heil!) zu zitieren: "Ich schwöre bei Allah! Wenn Fāṭima, die Tochter von Muḥammad sich eines Diebstahls schuldig machen würde, so würde Muḥammed ihr die Hand abhacken!"[9]

Sechstens: Seine Gerechtigkeit gegenüber den unterschiedlichen Gesellschaftsgruppen

Dafür gibt es zwei klare Beispiele:

1- Seine Gerechtigkeit bei der Einhebung des Wergeldes vom Stamm Banu Qurayẓah und Banu An-Naḍīr.

In mehr als einer Situation begaben sich die jüdischen Gemeinschaften zum Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Heil!), damit er zwischen ihnen entscheiden möge. Damals war es üblich, dass die Juden einander in Bezug auf die Wergelder nicht gerecht behandelten, weil Banu An-Naḍīr einem noch edleren Stamm angehörten als Banu Qurayẓah und deshalb noch einflussreicher und vornehmer waren. Aus diesem Grund pflegten Banu An-Naḍīr, das doppelte Wergeld als Strafe gegen Banu Qurayẓah zu verhängen, wenn einer unter ihnen von Banu Qurayẓah getötet würde. Nachdem der Islam in Medina verbreitet wurde, weigerten sich Banu Qurayẓah das doppelte Wergeld an Banu An-Naḍīr auszuzahlen. Sie verlangten nach Gerechtigkeit im Angesicht des Wertes des Wergelds und ließen den Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Heil!) zwischen ihnen in dieser Hinsicht entscheiden. Da setzte der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Heil!) die Gerechtigkeit zwischen den beiden jüdischen Stämmen durch.[10]

2- Seine Gerechtigkeit bei der Verteilung des Wassers zur Bewässerung unter den verschiedenen Stämmen

Die Leute von Mahzūr[11] kamen zum Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Heil!), um ihn um ein endgültiges Urteil für einen Vorfall, der sich ums Wasser und die Bewässerung dreht, zu erbitten. Da verhalf der Prophet der Gerechtigkeit zum Siege, indem nach seinem gerechten Urteil das Wasser zwischen ihnen gerecht verteilt wurde. ṱa٬laba (Allahs Wohlgefallen auf ihm!), der Sohn von Abū Mālik, vernahm, dass jemand, der dem Stamm Quraisch angehörte, einen Teil des Gebiets von Banu Qurayẓah in Besitz nahm. Dieser begab sich zum Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Heil!), um sich bei ihm zu beschweren, weil er vom Wasser des Tals Mahzūr nichts für die Bewässerung seines Landes nehmen konnte. Da sprach der Prophet sein Urteil, dass das Wasser des Tales, das die Höhe der Fußknöchel eines Menschen übersteigt, an den nächsten Landbesitzer weiter fließen zu lassen ist.[12]

Siebentens: Prinzipien der Gleichheit und Gerechtigkeit in der Abschiedspredigt des Propheten

Die Abschiedspredigt des Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Heil!) gilt als umfangreiche Verfassung und wunderbare, soziale Übereinkunft zur Verwurzelung der Gerechtigkeit in den Herzen der Menschen. Über diese Predigt äußerte sich H. G. Wells[13] Folgend: "Mit dem ersten Absatz in dieser Predigt wurden alle Probleme, die sich auf den Diebstahl, das Plündern, die Rache und das Blut im Allgemeinen beziehen, zwischen den Muslimen selbst abgeschafft. Noch dazu stellte der zweite Absatz den Neger und den Kalifen auf die gleiche Ebene. Damit verankerte diese Predigt die Prinzipien, die eine gerechte, ehrenhafte Behandlung zwischen allen sozialen Gruppen auf der ganzen Welt garantieren."[14]

Achtens: Gerechtigkeit zwischen den Herrschern und den Völkern

Die Gerechtigkeit des Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Heil!) erreichte ihren Höhepunkt, als er einem einfachen Mann aus dem Volke die Erlaubnis gab, Wiedervergeltung (arab. Qisās) dem Propheten gegenüber vollziehen zu lassen. Als Sawād (Allahs Wohlgefallen auf ihm!), der Sohn von Ġaziyyah, am Tag der Schlacht Badr aus der Reihe trat, klopfte der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Heil!) auf dessen Bauch leicht mit einem stumpfen Pfeil und sagte: "Stell dich in die Reihe zurück, o Sawād!" Da erwiderte Sawād: "O Allahs Gesandter, bei Dem, Der dir mit Recht und Gerechtigkeit gesandt hat, du hast mir weh getan, so lass Wiedervergeltung zwischen uns vollziehen!" Ohne Zögern entblößt der Prophet Allahs (Allah segne ihn und schenke ihm Heil!) seinen Bauch und bat ihn: "Vollziehe Wiedervergeltung!"[15]

Oben wurde eine Reihe von authentischen Texten über den Gesandten Allahs (Allah segne ihn und schenke ihm Heil!) aus seiner Sunna und Lebensgeschichte angeführt. Sie zeigen auf, wie die Gerechtigkeit im Zentrum des Lebens und des Verhaltens des Propheten in den unterschiedlichen Situationen stand, egal ob er dabei ein Lehrer, Vater, Gruppenführer oder Herrscher war.

Zum Schluss beten wir zu Allah, den Propheten, seine Familie, Gefolge und Angehörige bis in aller Ewigkeit zu segnen und ihnen Heil zu schenken!

[1] ) Ein ägyptischer Islamwissenschaftler und Forscher, Mitglied der Internationalen Union der Islamwissenschafter (الاتحاد العالمي لعلماء المسلمين) und der Herausgeber der Webseite http://www.nabialrahma.com/

E-Mail: yakoute@gmail.com

Handy-Nr.: 002 0122 885 240 – 002 0104 420 539

Offizielle Webseite: www.yakotweb.com

Anschrift: Baltim, Masyaf-Weg, hinter der Development Bank – Kafr El-Schaikh - Ägypten
[2] ) Vgl.: J. Barthelemy, Saint-Hilaire: La science et les lettres en orient, 2. Aufl., Frankreich 1867, S. 39.
[3] ) Dieser Hadith wurde von Aḥmad überliefert, Hadith-Nr. 1567; siehe auch: as-silsila aṣ-ṣaḥīḥah, Hadith-Nr. 1900.
[4] ) Dieser Hadith wurde vom Hadith- Gelehrten Muslim überliefert, Hadith-Nr. 6011.
[5] ) Dieser Hadith wurde von Abū Dāwūd und anderen Hadith-Gelehrten überliefert. Al-Albāniyy hielt ihn für gut (ḥasan).
[6] ) Dieser Hadith wurde von Al-Buḫāriyy überliefert, Hadith-Nr. 29.
[7] ) Alle im Folgenden vorkommenden Koranzitate sind in erster Linie auf das folgende Übersetzungswerk der Bedeutungen des Koran bezogen: Bubenheim, Frank: Der edle Quran und Übersetzung seiner Bedeutungen in die deutsche Sprache, König-Fahd-Komplex zum Druck vom Quran 2002).
[8] ) Dieser Hadith wurde von Al-Buḫāriyy (Hadith-Nr. 2456) und dem Hadith-Gelehrten Muslim (Hadith-Nr. 3056) überliefert; oben steht aber nur der Wortlaut der Überlieferung von Muslim.
[9] ) Dieser Hadith wurde von Al-Buḫāriyy überliefert, Hadith-Nr. 2398.
[10] ) Dieser Hadith wurde von Aḥmad überliefert, Hadith-Nr. 14942; siehe auch: as-silsila aṣ-ṣaḥīḥah von Al-Albāniyy, Hadith-Nr. 2108!
[11] ) Mahzūr: ist ein Tal in der Nähe von den Banu Qurayẓah.
[12] ) Dieser Hadith wurde von at-Tirmiḏiyy und anderen Hadith-Gelehrten überliefert, Hadith-Nr. 296. Al-Albāniyy hielt ihn für gut (ḥasan).
[13] ) Wells, Herbert George (1866 - 1946) ist ein berühmter englischer Schriftsteller und Historiker. Sein Hauptwerk war A Short History of the World.
[14] ) Wells, Herbert George: A Short History of the World, 3. Aufl., Bartleby.com 2009, S. 640f.
[15] ) Dieser Hadith wurde von Abū Dāwūd (Hadith-Nr. 4538) und an-Nisā'iyy (Hadith-Nr. 4791) überliefert. Al-Albāniyy erwähnt ihn in seiner authentischen Hadith-Werksammlung «as-silsilah aṣ-ṣaḥīḥah», Hadith-Nr. 2835.

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