Der Prophet der Gnade Webseite

Vereins der islamischen Welt - Globalen Komitees zur Einführung und Verteidigung des Gottesgesandten Mohammed

Mit deinem Herzen hinhören- Teil 1

Wie kann man vom Quran profitieren? Ibn Qayyim Al-Dschauziyya erwähnte einen Vers aus Sûra Qâf:

„Darin ist wahrlich eine Ermahnung für jemanden, der Herz hat oder hinhört, während er (geistig) anwesend ist.“ (Sûra 50:37).

Einer der Namen des Qurân lautet „Ermahnung“. Warum? Weil Menschen immerzu vergessen. Und hauptsächlich vergessen wir, dass die Anbetung Allâhs des Hocherhabenen unser Lebenszweck ist. Allâh der Hocherhabene sagt, dass dieser Qurân eine Ermahnung für denjenigen ist, „…der Herz hat“, und für denjenigen, der wirklich „…hinhört, während er (geistig) anwesend ist“.

Ibn Qayyim Al-Dschauziyya nennt in seinem Buch „Fawâ'id“ drei Voraussetzungen. Er sagt, dass wir in diesem Vers drei Voraussetzungen finden, um vom Qurân, von Vorträgen und generell von unserer Lernerfahrung zu profitieren.

Die erste Voraussetzung: Das Herz

Die erste Voraussetzung ist, wie Allâh der Hocherhabene sagt: „…jemanden, der Herz hat“. Was bedeutet „Herz“? Wir wissen, dass das Herz die Essenz für alles ist. Deshalb gibt es im Islâm eine Wissenschaft zur Läuterung der Herzen, die „Tasawwuf“ genannt wird. Dies hängt mit der Läuterung der Seele zusammen oder mit “Ihsân“ (Handlungsweise, die weitestmögliche Vervollkommnung anstrebt und vom Bewusstsein geprägt ist, dass Allâh einen stets sieht). Und wir sehen hier, dass Allâh der Hocherhabene sagt: „…für jemanden, der Herz hat“.

Um wirklich zu verstehen, inwiefern unser Herz die Hauptvariable ist, die unsere Beziehung zum Qurân bedingt, höre dir folgende Geschichte an!

Im sechsten Jahr nach Beginn der Prophetenschaft Muhammads (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken), war Umar ibn Al-Chattâb  möge Allah mit ihm zufrieden sein noch kein Muslim. Er war einmal wütend und beschloss: „Ich werde Muhammad töten!“

Daher verließ er sein Haus mit einem großen Schwert. Sein Schwert war riesig! Falls jemand in der Türkei war, dann hat er möglicherweise das (mutmaßliche) Schwert von Al-Farûq (Umar) gesehen. Er zog also los, um den Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) zu töten.

Auf dem Weg traf er auf Nuâîm ibn Abdullâh, der ihn fragte: „Wo gehst du hin?“

Umar antwortete: „Ich gehe Muhammad töten!“

Nuâîm ibn Abdullâh war Muslim; er fragte: „Warum gehst du ihn töten? Du solltest (zuerst) deine eigenen Familienmitglieder töten, da sie ebenfalls Muslime sind! Deine Schwester Fâtima bint Al-Chattâb ist Muslimin und dein Cousin Zaid ibn Al-Chattâb, der Ehemann deiner Schwester, ist Muslim!“

Umar erzürnte und ging zum Haus seiner Schwester Fâtima, wo er hörte, dass der Quran rezitiert wurde. Und – gepriesen sei Allâh! – die Gelehrten sagen, dass Umar, als er den Qurân hörte, die Tür eintrat und sie (die Leute im Haus) ihn kommen hörten. Man pflegte über ihn zu sagen: „Umar ist eine Tür.“ Er war ein großwüchsiger Mann. Wenn er ein Tier ritt, dann berührten seine Füße den Boden. So groß war er! Sie hörten ihn also kommen. Es befanden sich drei Personen im Haus, nämlich ein Gefährte, der Fâtima und Zaid den Qurân lehrte. Dieser versteckte sich.

Umar  möge Allah mit ihm zufrieden sein trat die Tür ein und sagte zu ihnen: „Was für ein sinnloses Gerede lest ihr da!?“

Sie fragten: „Wovon sprichst du?“

Er sagte: „Ich hörte euch hier drinnen etwas tun!“

Sie erwiderten: „Nein!“

Dann fragte er „Seid ihr alle Muslime?“

Als sie dies bejaht hatten, packte er seinen Schwager Zaid und begann auf ihn einzuschlagen. Danach schlug er seine Schwester so hart, dass ihr Gesicht von Blut gezeichnet war. Daraufhin erweichte sich sein Herz. Als Umar  möge Allah mit ihm zufrieden sein das Blut in ihrem Gesicht sah, sagte er zu ihr: „Zeig mir, was ihr gelesen habt!“

Dann sah er sich das an, was sie gelesen hatten. Er las Sûra Tâhâ. Als er zum 14. Vers gelangt war, in dem Allâh sagt:

„Gewiss, Ich bin Allâh. Es gibt keinen Gott außer Mir. So diene Mir und verrichte das Gebet zu Meinem Gedenken.“ (Sûra 20:14), wurde er Muslim.

Warum berührte der Qurân Umar beim zweiten und nicht beim ersten Mal? Was hatte sich geändert? Sein Herz! Die Gelehrten sagen, dass Umar – gepriesen sei Allâh! –, als er das Blut von den Lippen seiner Schwester herunterfließen sah, Sanftmut in seinem Herzen verspürte. So war er also bereit für den Qurân. Aus diesem Grund zeigte sich kaum eine Wirkung, als er den Qurân das erste Mal hörte. Als er ihn jedoch das zweite Mal hörte, war er berührt.

Demnach ist also das Herz der Hauptfaktor für das Verstehen des Qurân. Aus diesem Grund sagte der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) „Wahrhaftig! Im Körper befindet sich ein kleiner Klumpen Fleisch. Wenn er gesund ist, dann ist der gesamte Körper gesund, und wenn er schlecht ist, dann ist der gesamte Körper schlecht. Es ist wahrhaftig das Herz!“ (Muslim).

Wenn wir uns also mit dem Qurân befassen, sollten wir sicherstellen, dass unsere Herzen unter Kontrolle sind. Man sollte sich selbst beherrschen. Darüber kann man viel diskutieren. Generell sollte man sich jedoch innerlich sagen: „Ich lese die Worte Allâhs! In meinen Händen befindet sich das Wunder der Prophetenschaft des Gesandten Allâhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken).“

Wenn man den Qurân in den Händen hält, dann ist dies wie der Stab, den Moses  Frieden sei auf ihm  hinwarf und der zu einer Schlange wurde. Wenn man den Qurân in den Händen hält, dann ist das so, als hielte man den toten Menschen in den Händen, den Jesus  Frieden sei auf ihm  mit der Erlaubnis Allâhs wiederbelebte. Man hält das Wunder der Prophetenschaft des Gesandten Allâhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) in seinen Händen! Der erste wichtige Faktor ist also unser Herz.