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Vereins der islamischen Welt - Globalen Komitees zur Einführung und Verteidigung des Gottesgesandten Mohammed

Mit deinem Herzen hinhören- Teil 2

Die zweite Voraussetzung: Hinhören

Die zweite wichtige Angelegenheit ist das Hinhören. Manch einer mag vielleicht sagen: „Hinhören? Subhân Allah! Warum müssen wir über das Hinhören reden?“

Geht zu irgendeiner Freitagspredigt und seht, wie viele Menschen nicht hinhören! Bei vielen Freitagspredigten wird man sehen (ich bitte Allâh um Vergebung), dass sich einige Leute im hinteren Bereich der Moschee mit ihrem Handy um Börsengeschäfte kümmern, „verkaufen, verkaufen, jetzt verkaufen!“ schreien und Aktien verkaufen. Hört euch die Durchsagen in unseren Moscheen an! Haben sie sich über 20 Jahre hinweg geändert? „Bitte parkt zwischen den gelben Linien, die zum Randstein hin zeigen! Bitte stellt eure Autos dazwischen, nicht darauf und nicht daneben! Bitte wischt das Wasser am Platz für die rituelle Gebetswaschung auf! Bitte tut dies nicht, bitte dies, bitte das!“ Subhân Allah! Niemand hört zu!

Und Allâh der Hocherhabene macht das Zuhören zu einer Voraussetzung für den Gehorsam, indem Er sagt:

„… Wir hören und gehorchen…“ (Sûra 2:285).

Bevor ich gehorchen kann, muss ich hören!

In einem weiteren Vers sagt Allâh:

„Die auf das Wort hören und dann dem Besten davon folgen…“ (Sûra 39:18).

Diejenigen, die hören und dann folgen. Hinhören ist also sehr wichtig!

Und – subhân Allah! – Ibn Al-Munayya sagte, dass es vier Dinge gibt, die man tun sollte, wenn man derart zuhören will, wie Allâh es in jenem Vers der Sûra Qâf erwähnte:

Zunächst sollte man ruhig sein, sowohl physisch als auch spirituell. Man sollte mit seinem Körper, seinem Geist und seinen Gliedmaßen ruhig sein und seinen Blick senken. Gepriesen sei Allâh! Er sagte, man soll seinen Blick senken! Anstand und Etikette kommt immer vor dem Wissen. Seht euch - wiederum in Sûra Tâhâ - Moses  Frieden sei auf ihm  an, als Allâh der Hocherhabene aus dem Tal Tuwâ rief! Moses  Frieden sei auf ihm  sah ein Feuer und ging hin. Was war das Erste, was Allâh der Hocherhabene zu ihm sagte?

„Gewiss, Ich bin dein Herr, so ziehe deine Sandalen aus. Du befindest dich im geheiligten Tal Tuwâ.“ (Sûra 20:12).

Ziehe deine Sandalen aus! Warum? Etikette! Man muss also Allâh gegenüber Etikette besitzen!

Ibn Al-Qurtubî erwähnte, dass Allâh der Hocherhabene, als Er in Sûra Al-Muddathir mit dem Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sprach, zu ihm sagte: „Stehe auf …“ (Sûra 74:2). „Stehe auf …“ hat mehrere Bedeutungen. Eine lautet, aktiv einladend zum Islâm aufzurufen respektive als Muslim aktiv zu sein. Es bedeutet jedoch auch, aus Anstand heraus aufzustehen. Aus diesem Grund sagte Âliya ( Allah   erbarme sich ihrer ), die Mutter von Imâm Mâlik zu diesem, als sie ihn zu Rabîâ Ar-Ra'î, seinem ersten Scheich (Gelehrten) schickte: „Lerne Anstand von ihm, bevor du Wissen von ihm lernst!“

Abdullah ibn Mubârak sagte: „Wir haben es nötiger, ein wenig Anstand zu lernen, als viel Wissen zu lernen!“

Das erste Kriterium (des Zuhörens) ist also ruhig zu sein, und zwar mit dem ganzen Selbst ruhig zu sein.

Das zweite Kriterium besteht darin, sich zu konzentrieren, um das Selbst zum Fokussieren zu zwingen. Einige Menschen gleichen einem Ast an einem Baum, wenn es darum geht zuzuhören: Wenn ein leichter Wind weht, dann bewegen sie sich. So werden sie von ihren Gedanken kontrolliert. Allâh sagt jedoch über den Gläubigen „…, dessen Wurzeln fest sitzen …“ (Sûra 14:24). Konzentriere dich also und höre hin! 

Das dritte von ihm erwähnte Kriterium lautet, die Gedanken für das zu sammeln, was gesagt wird, um sich innerlich durch Hören und Wahrnehmen zu konzentrieren. 

Das vierte Kriterium ist, enthusiastisch und entschlossen zu sein sowie entsprechend dem Gehörten zu handeln. Wie viele von uns werden nach diesem Vortrag in den kommenden zwei Wochen den Qurân in die Hand nahmen? Nun sollte man denken: „O! Subhân Allâh! Ich sollte Qurân lesen!“ Dies ist ein Zeichen dafür, dass ich mich konzentriert habe, etwas Nutzen daraus gezogen und zugehört habe.

Er (Ibn Al-Munayya) sagte außerdem: „Dies ist das Zuhören, das Allâh der Hocherhabene liebt.“ Zur Wiederholung: Das erste Kriterium besteht darin, innerlich ruhig zu sein, das zweite, durch das Hören aufmerksam zu sein, das dritte, aufmerksam zu sein und die Gedanken für das zu sammeln was gesagt wird, und das vierte, enthusiastisch zu sein und danach zu handeln, was gesagt wurde.

Die dritte Voraussetzung: Geistig anwesend sein

Das Letzte, was Allah (in diesem Vers) sagt, ist: „… während er (geistig) anwesend ist.“  Ibn Qayyim Al-Dschauziyya und andere Gelehrte merkten an, dass dies „Anwesenheit mit dem Herzen“ bedeutet. Das Herz lebt und konzentriert sich. Lasst mich euch ein Beispiel für Anwesenheit mit dem Herzen geben! Warum betet man das Mittags- und das Nachmittagsgebet lautlos? Es ist die Zeit, in der man sein Herz dazu trainiert, wach zu sein! Warum betet man die freiwilligen (Sunna-)Gebete lautlos? Da dies der Zeitpunkt ist, mit dem Herzen zuzuhören! Wie viele von uns – subhân Allâh! – sind beim Beten mit dem Herzen überall? Alle! Jeder von uns kämpft damit. Dies ist das innere Zuhören mit dem Herzen. Wenn der Imâm rezitiert, dann versuche dich auf das zu konzentrieren, was er sagt! Manch einer könnte sagen: „Ich verstehe kein Arabisch!“ Lerne Arabisch! Versuche zu verstehen, was gesagt wird! 

Er ist also mit seinem Herzen anwesend. Aus diesem Grund sagt Allâh der Hocherhabene in Sure Yâsîn, dass dieser Qurân gesandt wurde, um denjenigen zu warnen, der lebt:

„Damit er warne, wer (da) lebt, …“ (Sûra 36:70).

Die Gelehrten sagen, dass dies „dessen Herz lebt“ bedeutet.

Das Herz lebt!

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